Am psychologischen Institut der Hochschule Fresenius in Frankfurt am Main ist die Studie „Poliscience“ entstanden. Sie untersucht, wie der ADHS-Ausweis polizeiliche Entscheidungen in Kontrollen beeinflusst. Die Arbeit von Emily Klose ist am 21. April 2026 im International Journal of Psychiatry erschienen.
Überblick
Das Wichtigste in Kürze
- Randomisierte Studie mit 74 aktiven Polizeikräften
- Mit Ausweis seltener Verdacht auf Drogenhandel oder Missbrauch
- Weniger Kontrollmaßnahmen und seltener Sicherstellung der Medikamente
So lief die Studie
Die Teilnehmenden bewerteten online standardisierte Kontrollsituationen. Per Zufall wurde festgelegt, ob die kontrollierte Person dabei einen ADHS-Ausweis vorlegte oder nicht.
Die Ergebnisse
Mit Ausweis äußerten die Befragten seltener den Verdacht auf Drogenhandel oder Missbrauch. Weitere Kontrollmaßnahmen, eine Rückfrage beim Arzt und die Sicherstellung der Medikamente hielten sie seltener für nötig. Zugleich schätzten sie die Person als glaubwürdiger ein und sahen die Medikamente eher als Teil einer medizinischen Behandlung.
Die Wirkung zeigte sich auch dann, wenn sich die Person in den Szenarien ungünstig verhielt, also etwa Fragen nicht beantwortete, unfreundlich war, erweiterte Pupillen hatte oder zitterte.
Einordnung
Die Teilnehmenden kamen vor allem aus Nordrhein-Westfalen, Hessen und Bayern. Weitere Studien sollen deshalb prüfen, ob sich die Ergebnisse auf andere Regionen übertragen lassen.
Die Studie im Volltext und ein deutschsprachiges Manuskript finden Sie auf unserer Seite Wissenschaft.