FAQ

Häufig gestellte Fragen

FAQ 2019-06-14T14:00:24+00:00
Wie erlangt der Ausweis Gültigkeit?

Kurz: Durch Unterschrift des Arztes.

Der Ausweis besitzt die Rechtsverbindlichkeit und Beweissicherheit einer ärztlichen Bescheinigung. Entscheidend ist die Unterschrift des Arztes – jede einzelne Verordnung muss ärztlich quittiert werden und Eintragungen können nur durch einen Arzt vorgenommen werden. Es sollte beachtet werden, dass es sich (zum Beispiel im Gegensatz zu einem Führerschein oder einem Betäubungsmittelrezept) nicht um ein amtlich ausgestelltes oder beglaubigtes Schriftstück handelt.

Weshalb können lediglich bestimmte Berufsgruppen bestellen?

Kurz: Aus Datenschutz- und Unterhaltungsgründen.

Ein wichtiger Aspekt ist hierbei einerseits der Patientendatenschutz: Im Falle eines Einzelversands würden uns Patienten sensible Daten und Metadaten übermitteln. Auf die Übermittlung dieser sensiblen Daten möchten wir im Sinne einer höchstmöglichen Sicherheit und Privatsphäre von vornherein verzichten, weshalb wir seit 2017 keinen Einzelversand an Patienten mehr anbieten.

Andererseits sind die Unterhaltungskosten des Projekts ein Faktor: Der ADHS-Ausweis ist ein Produkt, das wir kostenlos anbieten möchten. Kostenlos bedeutet für uns auch tatsächlich kostenlos - das heißt, wir berechnen keinerlei Gebühren oder Versandkosten, verzichten vollständig auf Sponsoring und geben auch niemals Ihre Daten weiter. Dies ist uns so möglich, indem wir Bestellungen ab 25 Exemplaren gegenüber Facharztpraxen, Kliniken, Apotheken und Vereinen anbieten, welche diese dann an ihre Patienten weitergeben können.

Sind die Ausweise wirklich kostenlos?

Ja. Ärzte, Therapeuten, Apotheker sowie Vereine und Verbände bestellen immer kostenfrei. Es fallen auch keine Versandkosten oder sonstige Gebühren an.

Wie wird das Projekt finanziert? Welche Absichten werden verfolgt?

Das Projekt ADHS-Ausweis wird von Mitteln aus dem Fonds der Organisation (NGO) Caudatus Science & Research finanziert [1]. Das Projekt arbeitet nicht gewinnorientiert und ist werbefrei.

ADHS-Ausweis wurde ins Leben gerufen, da ein entsprechender Bedarf identifiziert worden ist - Patienten mit der Diagnose ADHS sind häufig auf betäubungsmittelpflichtige Arzneimittel angewiesen. Solche Arzneien sind nach unserer Erkenntnis mit einem gesellschaftspolitischen Stigma belegt, das zu Lasten der Patienten geht. Das Bestreben ist, betroffene Patienten mithilfe von klaren und rechtssicher dokumentierten „Hard Facts“ zu ihrer Erkrankung und Medikation zu unterstützen.

[1] https://www.caudatus.org/

Welche Einsatzbereiche gibt es für den Ausweis?

Der Ausweis kann zum Beispiel hilfreich sein, wenn Patienten eine ausnahmsweise Ersatzverschreibung benötigen. Mitverschreibenden Ärztinnen und Ärzten kann so eine verbindliche und rechtsgültige Bescheinigung vorgelegt werden, über die sie dann etwa per Kopie verfügen können. Bei behördlichen Kontrollen (etwa Verkehrskontrollen) kann belegt werden, dass für mitgeführte Medikamente eine Indikation und eine Verschreibung vorliegen (wir raten eher zum Schweigen, s.u.).

Eignet sich der ADHS-Ausweis auch für Kinder?

Der ADHS-Ausweis eignet sich per se auch für Kinder und Jugendliche, deren Therapieplan betäubungsmittelpflichtige Arzneien enthält. Sein Nutzen im Alltag von Kindern unter 14 Jahren wird sich jedoch (bestenfalls) darauf beschränken, dass der Medikamentenplan in seiner Vollständigkeit griffbereit ist – etwa dann, wenn sich das Kind in fremder Obhut befindet.

Besteht für Patienten eine Nachweispflicht für betäubungsmittelpflichtige Arzneien?

Nein. In Deutschland besteht – zumindest gilt dies für alltägliche Situationen – keine Pflicht dazu, Dokumente mitzuführen oder vorzulegen, um eingenommene oder mitgeführte Betäubungsmittel ausweisen zu können. Besondere Bedingungen können aber zum Beispiel bei Reisen ins europäische und internationale Ausland zu beachten sein.

Weitere Informationen zum Thema finden Sie in der Information Medikamentenmitnahme Ausland [PDF-Datei, 4,2 Mbyte]

Wie verhalte ich mich in einer Polizeikontrolle?

Kurz: Es empfiehlt sich, zu schweigen.

Bürger der Bundesrepublik Deutschland sind nicht verpflichtet, bei einer polizeilichen Routinekontrolle beliebige Auskünfte über sich zu erteilen [1]. Sie sind lediglich verpflichtet, Angaben zu Ihren Personalien zu machen. Fragen, welche mitgeführte oder eingenommene Medikamente beinhalten, müssen Sie auch dann nicht beantworten, wenn Sie gezielt nach diesen gefragt werden. In der Regel ist auch davon abzuraten, freiwillig Auskunft zu erteilen, da dies das Risiko beinhaltet, sich unnötiger Weise dem Verdacht der Polizeibeamten auszusetzen. Dies können Sie vermeiden, indem Sie von Ihrem Recht Gebrauch machen, zu schweigen.

Anders sieht es aus, wenn sich durch Ihr Verhalten ein sogenannter „begründeter Verdacht“ ergibt, zum Beispiel durch eine besonders auffallende Nervosität während der Kontrolle, oder aufgrund geweiteter Pupillen, welche ggf. als Folge einer Stimulanzien-Einnahme auftreten können [2]. In solchen Fällen kann das Vorlegen des Ausweises gegebenenfalls eine psychologische Unterstützung sein, um etwaige Zusammenhänge mit Ihren rechtmäßig mitgeführten, da ärztlich verordneten BTM-pflichtigen Arzneien sofort belegen zu können.

[1] Was darf die Polizei bei einer Personenkontrolle?. Anwaltsauskunft.de, 27.11.2014. Abgerufen: 04.02.2018.

[2] §§ 102, 103 StPO

Was tun, wenn der Ausweis vergessen wird?

Patienten können sich absichern, indem Fotografien des Ausweises erstellt und auf dem Smartphone abgespeichert werden. Bitte beachten Sie, dass sowohl Vorder- als auch Rückseite vorhanden und sämtliche Beschriftungen und Eintragungen (inklusive des Stempels) gut lesbar sind. 

Hinweis: Eine Kopie des Ausweises besitzt formaljuristisch nicht die Rechtsgültigkeit des fotografierten Originals.

Weshalb wurden die Seriennummer-Funktionen eingestellt?

Kurz: Die Funktionsweise hatte zu internen Diskussionen geführt.

Mit der dritten Auflage wurden Online-Validierungsfunktionen eingeführt. Damit war es mitbehandelnden Ärzten, Behörden und anderen Stellen möglich, über unser Portal eine zusätzliche Prüfung auf Gültigkeit durchzuführen. Eine Besonderheit dieser Funktion war die absolute Anonymität der teilnehmenden Patienten gegenüber den Herausgebern. Dies war möglich, da das System ausschließlich mit Seriennummern arbeitete – Patientendaten wurden zu keiner Zeit explizit abgefragt.

Das System hatte projektintern jedoch zu Diskussionen geführt, nach denen entschieden wurde, die Funktionen nicht beizubehalten. 

Wie schützen Sie Patientendaten?

Wir schützen Patientendaten, indem wir solche nicht abfragen. Das bedeutet: Wir haben keine Kenntnis darüber, wer die Inhaber der von uns angebotenen Ausweise sind. Eintragungen auf dem Ausweis werden ausschließlich handschriftlich durch den behandelnden Arzt vorgenommen. Eine elektronische Übermittlung von Patientendaten erfolgt zu keiner Zeit.