FAQ

Häufig gestellte Fragen

FAQ 2020-08-26T17:00:19+00:00

Allgemeine Informationen

Wie erlangt der Ausweis Gültigkeit?

Kurz: Durch Unterschrift des Arztes.

Der Ausweis besitzt die Rechtsverbindlichkeit und Beweissicherheit einer ärztlichen Bescheinigung. Entscheidend ist die Unterschrift des Arztes – jede einzelne Verordnung muss ärztlich quittiert werden und Eintragungen können nur durch einen Arzt vorgenommen werden. Es sollte beachtet werden, dass es sich (zum Beispiel im Gegensatz zu einem Personalausweis) nicht um ein amtlich beglaubigtes Schriftstück handelt. Der Beweiswert des Ausweises wird hierdurch jedoch nicht erschüttert.

Eignet sich der ADHS-Ausweis auch für Kinder?

Der ADHS-Ausweis eignet sich per se auch für Kinder und Jugendliche, deren Therapieplan betäubungsmittelpflichtige Arzneien enthält. Sein Nutzen im Alltag von Kindern unter 14 Jahren wird sich jedoch (bestenfalls) darauf beschränken, dass der Medikamentenplan in seiner Vollständigkeit griffbereit ist – etwa dann, wenn sich das Kind in fremder Obhut befindet.

Sind die Ausweise wirklich kostenlos?

Ja. Ärzte, Therapeuten, Apotheker sowie Vereine und Verbände bestellen immer kostenfrei. Es fallen auch keine Versandkosten oder sonstige Gebühren an.

Welche Einsatzbereiche gibt es für den Ausweis?

Der Ausweis kann zum Beispiel hilfreich sein, wenn Patienten eine ausnahmsweise Ersatzverschreibung benötigen. Mitverschreibenden Ärztinnen und Ärzten kann so eine verbindliche und rechtsgültige Bescheinigung vorgelegt werden, über die sie dann etwa per Kopie verfügen können. Bei behördlichen Kontrollen (etwa Verkehrskontrollen) kann belegt werden, dass für mitgeführte Medikamente eine Indikation und eine Verschreibung vorliegen (wir raten eher zum Schweigen, s.u.).

Wie läuft eine Bestellung ab?

Nachdem Sie Ihre Bestellung über das Bestellportal aufgegeben haben, erhalten Sie innerhalb weniger Minuten eine Eingangsbestätigung. Bitte prüfen Sie gegebenenfalls Ihren Spam-Ordner. Bestellungen, die werktags bis 15:00 Uhr aufgegeben werden, werden in der Regel noch am selben Tag bearbeitet und versandt. Abhängig vom Umfang Ihrer Bestellung werden die Sendungen entweder per Großbrief (Deutsche Post) oder als Paketsendung (DHL) auf den Versandweg gebracht.

Welche Absichten verfolgt das Projekt?

ADHS-Ausweis wurde ins Leben gerufen, da ein entsprechender Bedarf identifiziert worden ist: Patienten mit der Diagnose ADHS sind häufig auf betäubungsmittelpflichtige Arzneimittel (BtM) angewiesen. Solche Arzneien sind bisweilen mit einem gesellschaftspolitischen Stigma belegt, das zu Lasten der Patienten geht. Das Bestreben ist, betroffene Patienten mithilfe von rechtssicher dokumentierten „Hard Facts“ zu ihrer BtM-pflichtigen Medikation zu unterstützen.

Wie verhalte ich mich in einer Polizeikontrolle?

Kurz: Es empfiehlt sich, zu schweigen.

Bürger der Bundesrepublik Deutschland sind nicht verpflichtet, bei einer polizeilichen Routinekontrolle beliebige Auskünfte über sich zu erteilen [1]. Sie sind lediglich verpflichtet, Angaben zu Ihren Personalien zu machen. Fragen, welche mitgeführte oder eingenommene Medikamente beinhalten, müssen Sie auch dann nicht beantworten, wenn Sie gezielt nach diesen gefragt werden. In der Regel ist auch davon abzuraten, freiwillig Auskunft zu erteilen, da dies das Risiko beinhaltet, sich unnötiger Weise dem Verdacht der Polizeibeamten auszusetzen. Dies können Sie vermeiden, indem Sie von Ihrem Recht Gebrauch machen, zu schweigen.

Anders sieht es aus, wenn sich durch Ihr Verhalten ein sogenannter „begründeter Verdacht“ ergibt, zum Beispiel durch eine besonders auffallende Nervosität während der Kontrolle, oder aufgrund geweiteter Pupillen, welche ggf. als Folge einer Stimulanzien-Einnahme auftreten können [2]. In solchen Fällen kann das Vorlegen des Ausweises gegebenenfalls eine psychologische Unterstützung sein, um etwaige Zusammenhänge mit Ihren rechtmäßig mitgeführten, da ärztlich verordneten BTM-pflichtigen Arzneien sofort belegen zu können.

[1] Was darf die Polizei bei einer Personenkontrolle?. Anwaltsauskunft.de, 27. Juni 2018. Abgerufen: 15. Juni 2018.

[2] §§ 102103 StPO